Grundkonzept und Wirkungsmechanismus von Antiblockmitteln
Bei der Verarbeitung und Verwendung von Kunststofffolien können benachbarte Folienschichten aufgrund von intermolekularen Kräften, statischer Elektrizität oder Oberflächenbeschaffenheit fest aneinanderhaften. Dieses Phänomen wird als „Verklumpung“ bezeichnet. Verklumpungen können zu Schwierigkeiten beim Abwickeln, Produktionsunterbrechungen und sogar Ausschuss führen. Antiblockiermittel sind Additive, die speziell entwickelt wurden, um diese Verklebung zu verhindern.
Synthetisches Siliciumdioxid (gefälltes Siliciumdioxid) ist derzeit eines der am häufigsten verwendeten Antiblockmittel in der Industrie. Sein Wirkmechanismus beruht auf der physikalischen Trennung: Nach gründlicher Dispergierung ragen Siliciumdioxidpartikel, typischerweise im Mikrometerbereich, teilweise aus der Filmoberfläche heraus und bilden mikroskopische „Stützpunkte“. Dadurch verringert sich die tatsächliche Kontaktfläche zwischen den Filmschichten, wodurch die Haftung gestört wird. Dieser Mechanismus erzielt eine Antiblockwirkung, ohne die chemischen Eigenschaften des Basisharzes zu verändern.
Technische Parameter der Felcosil-Serie von Antiblockmitteln
Die Felcosil-Serie (EC600, EC700, EC800) umfasst Antiblockmittel auf Basis von gefällter Kieselsäure. Ihre wichtigsten technischen Parameter sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:
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Typ
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BET-Oberfläche (m²/g)
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Mittlere Partikelgröße D50 (μm)
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Ölabsorption
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pH-Wert
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Felcosil-EC600
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500-700
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5,5-6,5
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50-100
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6,0-8,0
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Felcosil-EC700
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500-700
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6,5-7,5
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50-100
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6,0-8,0
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Felcosil-EC800
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500-700
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7,5-8,5
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50-100
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6,0-8,0
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Die drei Qualitäten weisen konsistente Werte für BET-Oberfläche, Ölabsorption und pH-Wert auf, was auf eine ähnliche Mikrostruktur, Oberflächenaktivität und chemische Stabilität hindeutet. Sie unterscheiden sich primär in ihrer Partikelgrößenverteilung, die einen Gradienten bildet. Diese Struktur ermöglicht eine präzise Anpassung an die Anforderungen verschiedener Filmanwendungen.
Auswahlprinzipien basierend auf dem Partikelgrößengradienten
Die Wahl der geeigneten Partikelgröße des Antiblockmittels muss auf die gewünschte Filmdicke und die Anforderungen an die optischen Eigenschaften abgestimmt sein. Die spezifischen Prinzipien sind wie folgt:
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Felcosil-EC600 (D50 5,5–6,5 μm)
Geeignet für dünne Folien (typischerweise < 30 μm) oder Produkte mit hohen Transparenzanforderungen (z. B. hochtransparente Verpackungsfolien, Lebensmittelverpackungen). Die geringe Partikelgröße minimiert die Lichtstreuung und trägt so dazu bei, die geringe Trübung der Folie beizubehalten und gleichzeitig eine ausreichende Antiblockwirkung zu gewährleisten.
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Felcosil-EC700 (D50 6,5–7,5 μm)
Dieser Partikelgrößenbereich eignet sich für die meisten Verpackungsfolien mit Standarddicke (typischerweise 30–50 μm). Die entstehenden Erhebungen weisen eine moderate Höhe auf und bieten ein optimales Gleichgewicht zwischen Antiblockierwirkung und den optischen sowie mechanischen Eigenschaften der Folie. Er ist daher die bevorzugte Wahl für allgemeine Anwendungen.
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Felcosil-EC800 (D50 7,5–8,5 μm)
Für dickere Folien (> 50 μm), wie z. B. hochbelastbare Verpackungsbeutel oder Industriefolien, oder für Produkte, die unter hoher Wickelspannung verarbeitet werden, wird ein Antiblockiermittel mit größerer Partikelgröße empfohlen. EC800 sorgt für einen stärkeren mechanischen Abstand und verhindert so wirksam das Blockieren der Schichten unter hohem Druck bei dickeren Produkten.
Die Auswahl eines Antiblockmittels ist im Wesentlichen ein Prozess, bei dem die Partikelgröße an die Anwendungsbedingungen des Films angepasst wird. Durch die Beibehaltung gleichbleibender physikochemischer Eigenschaften bei gleichzeitigem Angebot eines Partikelgrößengradienten bietet die Felcosil-Serie eine klare Auswahlmöglichkeit für unterschiedliche Filmanforderungen: Eine Zunahme der Filmdicke von dünn nach dick entspricht der Auswahl von EC600, EC700 bzw. EC800. In der Praxis sollte eine umfassende Bewertung auch die Masterbatch-Herstellung und die Dispersionsqualität berücksichtigen, um die volle Leistungsfähigkeit des Antiblockmittels zu gewährleisten.